Ohrdrufs Feuerwehr erhält teure Technik für mehr Sicherheit
Patrick Keil (l.), Ohrdrufs Vize-Stadtbrandmeister, zeigt ein explosionsgeschütztes Funkgerät, Feuerwehrmann Rene Eisentraut einen Chemikalienschutzanzug. Foto: M. Keller
Stunden später bekamen die Blauröcke Besuch in ihrem Gerätehaus in der Hohenkirchener Straße. Der Gothaer Landrat Konrad Gießmann (CDU) hatte etwas zu überbringen Technik. Im Gepäck hatte er explosionsgeschützte Handfunkgeräte, diverse Chemikalienschutzanzüge und ein Gaskonzentrationsmessgerät für den Gefahrgutzug. Zu dem gehören sowohl die StützpunktfeuerwehrOhrdrufals auch die Gothaer Berufsfeuerwehr.
Drei Einsätze hat der gemeinsame Gefahrgutzug dieses Jahr bereits absolviert. Zum Glück ohne Dramatik. Zwei Mal war Gotha Einsatzort für kleinere Vorfälle, einmal die A 4 bei Mühlberg. Dort war aus einem Lkw Flüssigkeit ausgelaufen. Dennoch steht die Sicherheit und Einsatzfähigkeit der Feuerwehrleute im Vordergrund. Deswegen auch die Nachrüstung mit neuer Technik, begründete der Landrat die preisintensiven Ausgaben. Die vier neuen explosionsgeschützten Funkgeräte Anschaffungspreis 2200 Euro sind z.B. für die Einsatzkräfte nun einfacher zu handhaben. Sie werden in den Schutzanzug gehangen und können von außen über einen großen Taster mit den Schutzhandschuhen bedient werden. Auch das Gaskonzentrationsmessgerät (2800 Euro) ist auf dem neuesten Stand und im Einsatz einfacher und universeller bedienbar. Zudem entfällt bei ihm durch ein neues System die alle zwei Monate fällige, jeweils 800 Euro teure Wartung. Man erwarte für die Zukunft eine Zunahme der Einsätze, auch mit dem Gefahrgutzug, erklärte der stellvertretende Kreisbrandinspektor Norbert Böttner. Das hänge u.a. mit der gestiegenen Konzentration von Großunternehmen in der Region und dem sich erhöhenden Verkehrsdruck auf der A4 zusammen. In dem Zusammenhang wurde von Böttner auch die Sorge geäußert, dass der Wegfall der Feuerwehr des vor der Schließung stehenden Truppenübungsplatzes Ohrdruf Folgen für die Einsatzfähigkeit haben könnte. Denn bislang sei diese Wehr bei Einsätzen immer mit einbezogen worden. Ihre Aufgaben müssten dann die anderen Wehren im Umkreis übernehmen. "Bis 2013 ändert sich vorerst nichts", beruhigte der Landrat. Doch was danach passiere, sei unklar. Nach seiner Ansicht sei es un möglich, den 2600 Hektar großen Platz durch die Feuerwehr Ohrdruf absichern zu lassen. "Diese Größe ist nicht mehr zu handhaben", so Gießmann.
Die 40 Männer und Frauen der Ohrdrufer Feuerwehr haben dieses Jahr bereits 165 Einsätze hinter sich. "Es ist jetzt schon absehbar, dass es ein neuer Einsatzrekord wird", sagt Patrick Keil, der stellvertretende Stadtbrandmeister. 40 Prozent der Einsätze wurden nach Verkehrsunfällen notwendig, rund 30 Prozent galten Brandmeldeanlagen, die technisch bedingte Fehlalarme ausgelöst hatten. Dazu komme noch in zunehmendem Maße das Beseitigen von Sturmschäden.
Quelle: TA 15.11.2011