Alarm, die Schule brennt !
Wölfis. Der Unterricht hatte gestern kaum begonnen, da rief Schulsekräterin Maritta Ziegrabe, aufgeschreckt durch das vermeintliche Feuer, die Feuerwehr an. Um 8.08 Uhr gibt die Rettungsleitstelle eine Alarmmeldung heraus: Brand in der Grundschule Wölfis.

Maschinist Mario Langner befindet sich gerade in der Garage der Freiwilligen Feuerwehr Ohrdruf, denn für den Vormittag war eine Teilnahme der Wehr an den "Tagen der Sicherheit" in der Wölfiser Schule geplant. Nun scheint die Anreise flotter zu gehen. Kaum eine Minute nach der Alarmierung kommen die ersten Kameraden der Einsatzabteilung angerannt. Darunter auch Nancy Müller. Dass die 21-Jährige gerade aus der Nachtschicht kam und erst anderthalb Stunden im Bett lag, sieht man ihr nicht an.
Um 8.12 Uhr fährt Langner, der im Hauptberuf Feuerwehrmann auf dem Truppenübungsplatz Ohrdruf ist, mit dem Drehleiterfahrzeug vom Hof. Ein weiteres Tanklöschfahrzeug folgt. Mit einem Tempo, das wohl manchen Pkw-Fahrer wieder zum Fußgänger machen würde, geht es durch Ohrdrufs Straßen. Am Stadtrand wird die Geschwindigkeit langsamer das 23 Tonnen schwere Löschfahrzeug der Bundeswehrfeuerwehr vom Truppenübungsplatz führt jetzt den Tross am Berg an. Um 8.18 Uhr sind die Retter der Freiwilligen Feuerwehren Wölfis, Ohrdruf sowie der Bundeswehr an der Schule. Die vorgeschriebene Hilfsfrist von 12 Minuten wurde eingehalten. Dass die Schultür von außen verschlossen ist, wäre wohl für die Einsatzkräfte im Ernstfall kein großes Hindernis, aber inzwischen wissen alle Feuerwehrleute, dass es sich um eine Übung handelt.
Der größte Teil der 133 Kinder und 10 Lehrer stehen auf dem Sammelplatz. Doch Schulleiterin Annett Riede entdeckt ein großes Defizit auf der Anwesenheitsliste: Zwei komplette Schulklassen und der Hausmeister sitzen im Schulhaus fest!
Während sich Feuerwehrleute mit Atemschutzgeräten Meter für Meter im mit Disco-Nebel geschwängerten Treppenhaus vorwärts kämpfen, bereiten ihre Kollegen die Rettung durch die Fenster vor. Hausmeister Ronald Atzerodt wird von Patrick Keil mit der Drehleiter aus dem obersten Stockwerk geholt. Keil ist Höhenretter bei der Berufsfeuerwehr Erfurt und fährt den Einsatz mit der Vorsichtig werden die Kinder der 3. und 4. Klasse anschließend über Steckleitern aus dem Erdgeschoss gerettet.
Um 8.43 Uhr kann Annett Riede aufatmen, ihre Kinder und Kollegen sind vollzählig evakuiert.
Anschließend wird der Sicherheitstag an der Schule mit Polizei, Johannitern und Feuerwehr fortgesetzt, und die Kinder haben viel zu erzählen.
"Wir haben uns nasse Tücher vor den Mund gehalten und auf die Feuerwehr gewartet", erzählt Lilli (9). Eva-Werner (8) und Chris (10), fanden es dagegen lustig, wie Lehrerin Ingrid Sauerbrei mit klebrigen Teigfingern sie bereitete gerade Stockbrote vor die Flucht ergriff. Freiwilligen Wehr Ohrdruf in seinem Urlaub.
Quelle:http://www.thueringer-allgemeine.de
